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Pantanal - Feuchtgebiet



Das Pantanal (portugiesisch Sumpf) ist das ausgedehnteste Binnenland-Feuchtgebiet der Erde. Es befindet sich im Westen von Brasilien in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, Paraguay und Bolivien und ist mit einer Fläche von etwa 230’000 km2 fast so groß wie die ehemalige Bundesrepublik Deutschland. Es handelt sich um eine Tiefebene, die durch den Rio Paraguay und diverse Zuflüsse aus dem nördlichen Hochland während der Regenzeit von November bis März zu weiten Teilen überschwemmt ist. Im jährlichen Wechselzyklus von Regen- und Trockenzeit, entsteht so ein komplexes System aus Savannen, riesigen überschwemmten Wasserflächen, regenwaldartigen Flussgaleriewäldern, Trockenwäldern, Flusslandschaften, Seen und seichten Lagunen mit einer grandiosen Flora und Fauna. Während der Regenzeit zieht sich das Vieh und die wilden Tiere in die Trockenwälder und auf die Uferdämme der Flüsse zurück. Während der Trockenzeit sind die meisten Tiere an den Wasserlöchern und Lagunen zu beobachten.

In diesem einzigartigem Naturparadies mitten in Südamerika gibt es um die 700 Arten von Vögeln. Ornithologen bezweifeln, dass schon alle entdeckt werden konnten. Unter den etwa 120 Säugetierarten befinden sich Raubtiere wie Jaguar, Puma und Ozelot.  Ameisenbären, Gürteltiere, Sumpfhirsche, unzählige Affenarten, der sehr seltene Riesenotter und die weit verbreiteten Capybaras, die grössten Nagetiere der Welt, die bis zu 70 Kilogramm schwer werden, können oft beobachtet werden. Weiterhin gibt es hier mindestens 2000 Pflanzenarten, viele Reptilien, Amphibien und Fische sowie unzählige Insekten. Der Vogel Jabiru, ein Riesenstorch ist das Symbol des Pantanals. Ein Teil des Gebietes steht unter Naturschutz. Im Jahr 2002 erklärte die Unesco es zum Biosphärenreservat. Brasiliens Regierung schickt inzwischen regelmäßig schwer bewaffnete Aufseher in das von Wilderern bedrohte Gebiet. Die Häute der Jacarés einer Krokodilart bringen nämlich auf dem Schwarzmarkt viel Geld. Das gilt auch für seltene Fische und Vögel sowie für Papageien und für die Felle von Raubkatzen. Inzwischen sind durch die Schutzmassnahmen die 35 Mio. Kaimane fast zu einem Problem geworden und man erwägt eine Dezimierung der Spezies. 

Seit Jahrzehnten ist das Pantanal ein beliebts Ziel von Naturliebhabern und Ökotouristen. Das schönste Erlebnis ist sicher, den Pantanal durch die lokalen Fazendas kennenzulernen. Diese Farmen, teilweise zu Lodges ausgebaut bieten diverse Touren an und sind im südlichen Teil des Pantanal meistens nur mit Flugzeugen erreichbar, während im nördlichen Teil die Transpantaneira als einzige Straße mitten in das Gebiet führt. Zugangsorte mit Fluganschluss fürs Pantanal sind die Städte Campo Grande und Corumbá an der Grenze zu Bolivien in Mato Grosso do Sul und Cuiabá in Mato Grosso. Wer über Cuiabá anreist, kann das Pantanal ideal mit einem Abstecher in die Chapada dos Guimarães verbinden.

Links Quelle: uni-protokolle.de

Das Pantanal ist seit 2000 in der Liste des UNESCO Weltnaturerbes aufgenommen.

Quelle: Wikipedia